Adrian Geringer, 5 Fragen 5 Antworten

03. 07. 2020

Dass der legendäre Schnelltriebwagen 4042.01 heute wieder unterwegs ist haben wir Adrian Geringer zu verdanken. 

Als 16jähriger hat er mit einem HTL-Kollegen begonnen, dieses rare Stück Eisenbahngeschichte aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken. In den dreißiger Jahren nur zwei Prototypen für die BBÖ, die Vorgängerin der ÖBB, gebaut. Mit an Bord die fortschrittlichste Technik von damals. 100km schnell, mit einem automatischen Schaltgetriebe und zu diesem Zeitpunkt hochmodernen Elektroantrieb sollte eine neue Zeit des Zugreisens eingeläutet werden. Nach einer bewegten Geschichte und sechs Jahrzehnten Dauereinsatz landeten beide ausrangierten Triebwagen beim Verein „Nostalgiebahnen in Kärnten“(NBiK).

Nach 5 Jahren Aufarbeitung unter der Projektleitung von Adrian ist der 4042.01 in alter Glorie wiederauferstanden. Der Schnelltriebwagen ist regelmäßig auf großer Fahrt in Österreich unterwegs und lädt zu einer Zeitreise ein.

Woher seine Liebe zur Eisenbahn kommt beantwortet uns der Kärntner in unseren 5 Fragen.

Was ist ihr Lieblingsbahnhof?

Das ist Weitzelsdorf im Rosental. Das ist der Ausgangsbahnhof unseres Vereins Nostalgiebahnen in Kärnten.

Was ist ihre Lieblingsstrecke?

Meine Lieblingstrecke ist natürlich auch dort. Weitzelsdorf-Ferlach. Landschaftlich sehr schön, man fährt am Fuße der Karawanken und hat auf der anderen Seite der Drau schöne Ausblicke auf historische Gebäude wie der Hollenburg.

Was ist ihr Lieblingsplatz im Zug?

Ganz klar, ganz vorne. Im Führerstand.

Ein Tipp für lange Zufahrten?

Am Fenster sitzen und an nichts denken. Die Landschaft vorbeifahren lassen und nicht groß sich Gedanken machen und einfach abschalten.

Wie hat die Eisenbahnbegeisterung bei ihnen begonnen?

Meine Bahnleidenschaft ist ein interessantes Phänomen. Es gibt in meiner Familie de facto Niemanden, der mit Eisenbahn groß zu tun gehabt hätte. Wir haben aber in Villach eine Eisenbahnbrücke über die Drau, wo unsere Spaziergänge vorbei geführt haben. Ich wollte da immer warten, bis ein Zug vorbeigefahren ist. Das war eine prägende Kindheitserinnerung.

Adrian Geringer ist der Protagonist der aktuellen Episode unserer „Gleisgeschichten“.

Seiner Liebe zur Eisenbahn ist es zu verdanken, dass einer der schönsten Triebwagen, der je in Österreich gefahren ist, nicht auf dem Abstellgleis verrostet. Die 4042.01 ist wieder auf Schiene.