Ein Herz für Tiere

30. 09. 2020

Was haben der Kaisermantel, die Hummel, der Uhu und die Zauneidechse gemeinsam?

Sie und viele andere Wildtierarten finden im Bahndammbereich Lebensräume und Rückzugsgebiete.

Die ÖBB-Infrastruktur setzt laufend zahlreiche Maßnahmen, um den österreichischen Naturschatz zu erhalten: Böschungsbegrünungen mit regionalem Saatgut, Pflanzung alter Obstbaumsorten, Flussrenaturierungen, Bau von Grünbrücken für Wildtiere, Montage von Schutzkappen für Vögel an Stromleitungen, Schaffung von weiträumigen, ökologischen Ausgleichsflächen. Oft reichen aber auch schon kleine Naturinseln, um Bienen und Hummeln, Schmetterlingen, Käfern oder Vögeln einen Platz zum Leben zu bieten.

Natur und Infrastruktur im Einklang

In den vergangenen Jahren wurden im Zuge der Bahnausbauprojekte in ganz Österreich viele Hundert Hektar an ökologischen Ausgleichsflächen geschaffen. Insgesamt bewirtschaften wir 4.000 Hektar Waldfläche, pflegen Bahndämme und Felsflächen.

Damit setzt sich die ÖBB-Infrastruktur AG seit Langem für den Schutz seltener Pflanzen und Tiere ein. Die biologische Vielfalt auf Bahnflächen ist beeindruckend und ermöglicht natürliche Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen.Die ÖBB-Infrastruktur hat zahlreiche erfolgreiche Projekte zum Thema Tierschutz umgesetzt wie zum Beispiel die Ansiedlung der Fledermaus in ausgedienten Eisenbahntunneln, Bienenhotels für Wildbienen oder Brutkästen und Vogelschutzkappen auf unseren Strommasten.

Für den Sakerfalken – eine besonders bedrohte Vogelart – wurden so auch gemeinsam mit ExpertInnen der Veterinärmedizinischen Universität Wien, geeignete Standorte für die Nisthilfen gesucht und auf den Strommasten der ÖBB gefunden und installiert.
Dazu haben wir auch ein Interview mit Dr. Richard Zink geführt, der auch das Projekt begleitet.

Unterstützung auf vier Beinen

Zur Pflege von Grünflächen sind für uns auch vierbeinige Helfer im Einsatz. Schafe und Ziegen lieben unsere Bahndämme. Das hilft gegen die Verholzung und eingeschleppte, nicht heimische Pflanzen – sogenannte Neophyten. Unerwünschte Pflanzen werden eingedämmt, eine geschlossene, vielfältige Gras- und Kräuterdecke entsteht. Somit ermöglichen wir den Tieren ein wenig Abwechslung auf dem Speiseplan und sie sorgen dafür, dass unsere Infrastruktur nicht beschädigt wird und die Züge sicher und pünktlich fahren können.
Weitere Informationen zum Thema Naturschutz findet ihr auch hier.

Wildbrücken & Wildwarnanlagen

Durch Querungshilfen ermöglichen wir Tierarten mit großen Lebensraumansprüchen den gefahrlosen Wechsel über die Bahntrassen und schaffen zusätzliche Fläche. Neben dem Bau der sogenannten Wildbrücken läuft auch ein innovatives Forschungsprojekt, um weitere Kollisionen mit Tieren zu vermeiden. Wir möchten so die idealen Wildwarnanlagen zum Schutz der Tiere auswählen. Die Herausforderung: Unsere Züge fahren bis zu 230 km/h. Durch optische und akustische Signale sollen Tiere rechtzeitig von den für einen herannahenden Zug freigeschalteten Gleisen ferngehalten werden. Das Besondere: Wenn kein Zug fährt ist die Anlage inaktiv und die Tiere können ungehindert über die Gleise wechseln. Wenn sich die Anlagen bewähren, könnten besonders kritische Streckenabschnitte in Zukunft damit gesichert werden.