Alfred Erhard, 5 Fragen 5 Antworten

01. 09. 2020

Er ist der einzige Lokführer der ÖBB, der von der Dampflok bis zur Taurus alle Loktypen gefahren ist. Weil aber die Eisenbahn nur beruflich zu fahren bei weiten nicht ausreichte, ist er auch noch als erster und einziger Österreicher mit Zügen einmal rund um die Welt gefahren.

Der pensionierte Südbahnlokführer Alfred Erhard kennt die Welt der Eisenbahn wie kein zweiter, von Villach bis Nepal, vom Shinkansen bis zur Taurus. Er ist der ideale Experte, um unsere Bahnfragen zu beantworten.

Was ist ihre Lieblingsstrecke?

Die Semmeringstrecke. Da kenn ich jeden Stein. International ist es die Schmalspurbahn rauf nach Nepal. Da sieht man auf die schneebedeckten Spitzen des Himalaya. Die schmale Bahn da rauf, das war schon wunderschön.

Was ist ihr Lieblingsbahnhof?

Als Südbahn-Urgestein ist es natürlich der Südbahnhof gewesen. Hier bin ich dienstlich weggefahren und hier habe ich auch meine Eisenbahn-Weltumrundungsreise gestartet und beendet, nach 2 Monaten. Der war mein ein und alles. Von den neuen gefällt mir der Salzburger Bahnhof am meisten, weil so viel altes erhalten geblieben ist.

Welchen Tipp haben sie für Reisegäste auf langen Zugstrecken?

Ich würde mich informieren. Über die Transsibirische Eisenbahn gibt es ein sehr gutes Büchlein, was es alles über die Tage zu sehen gibt. Man kann sehr viel lernen, was man so nicht wissen kann. Und dann genießen und aus dem Fenster schauen. Und die Fantasie spielen lassen.

Was ist ihr Lieblingsplatz im Zug?

Der Führerstand. Die schönsten Erinnerungen meiner Reisen waren auf den Führerständen. Ich habe immer ein Foto von mir mitgehabt, wo ich auf meiner Lokomotive zu sehen bin. Mit dem habe ich versucht zu erklären, dass ich auch Eisenbahner bin. Oft hat mir das die Türe zum Führerstand geöffnet. Auf der Transsibirischen, am Amtrak. Und natürlich am Shinkansen, das war schon etwas ganz besonderes.

Wie hat ihre Bahnbegeisterung begonnen?

Wie ich klein war bin ich mit meiner Oma in Liesing einkaufen gegangen. Es gibt dort eine Brücke über die Südbahn, wo man runterschauen kann. ich habe meiner Oma die Tasche getragen, damit sie bereit war, dort zu warten, bis der Zug kommt. Ich kann mich noch gut daran erinnern. Hätte ich damals schon gewusst, dass ich da einmal selber durchfahren werde, da hätte ich mich sehr gefreut.

Der pensionierte Südbahnlokführer und Eisenbahnweltreisende Alfred Erhard ist diesmal unser Hauptdarsteller der Gleisgeschichten. Seine Eisenbahnliebe ist grenzenlos.

Übrigens: Ihr kennt jemanden, der eine tolle “Gleisgeschichte” zu erzählen hat? Dann meldet euch per Mail an social-media@oebb.at

(Fotos: ÖBB / Daniel Willinger, Alfred Erhard)