Nordwestbahn jetzt vs. bald

Platz für die Zukunft am Wiener Nordwestbahnhof

12. 01. 2026

Ökologische Verantwortung von Anfang an: Schutz für Mensch, Tier und Umwelt

Vom Frachtenbahnhof zum Stadtquartier

Der Nordwestbahnhof war über Jahrzehnte ein wichtiger Frachtenbahnhof und eine Drehscheibe für Logistik. Heute ist er das wichtigste innerstädtische Stadtentwicklungsgebiet Wiens. Auf dem 44 Hektar großen Areal entsteht ein neues Stadtviertel mit Wohnungen für 16.000 Menschen, 4.700 Arbeitsplätzen und einer 10 Hektar großen „Grünen Mitte“.

Nordwestbahnhof
Visualisierung Nordwestbahnhof

Vom Reisbrett zur grünen Wiese

Damit wir den Platz für mehr Lebensraum schaffen können, müssen rund 45 alte Gebäude und befestigte Flächen abgetragen werden. Diese sogenannte "Freimachung" erfolgt in zwei Phasen und dauert insgesamt vier Jahre (2024 – 2028). Erst danach kann die Stadtentwicklung auch Wirklichkeit werden.

 

Stückguthalle Nordwestbahnhof

Handle with Care

Besonders wichtig ist der Umgang mit den großen Mengen an Abbruchmaterial. Dabei achten wir auf ein verwertungsorientiertes Rückbaukonzept. Das heißt: Direkt vor Ort wird das Material sortiert, eingestuft und auf einer Behandlungsinsel zerkleinert. So können Beton, Ziegel oder Metall getrennt erfasst und einer hochwertigen Verwertung zugeführt werden.

Entlastung für Mensch und Umwelt: Nach der Sortierung wird das Material überwiegend per Bahn abtransportiert. Etwa zwei Züge pro Woche fahren über die bestehenden Gleisanlagen zu spezialisierten Aufbereitungsanlagen. So können rund 95 % des Materials einer Verwertung zugeführt werden.  

Die Vorteile des Bahntransportes sind sogar deutlich messbar:

  1. 54 % weniger Treibhausgasemissionen
  2. 43 % weniger Feinstaubbelastung

Darüber hinaus gilt das Entwicklungsgebiet als Pilot für kreislauffähiges Bauen. Ziel ist es, Baustoffe im Kreislauf zu halten und so Ressourcen zu schonen und CO₂-Emissionen zu senken.

Bagger am Nordwestbahnhof
Visualisierung Nordwestbahnhof

Schutz von Mensch, Tier und Pflanzen

Begleitet werden die Arbeiten von Fachpersonen, die Emissionen überwachen und ökologische Maßnahmen sicherstellen. Gebäude werden vor dem Abbruch kontrolliert, um Fledermäuse oder brütende Vögel zu schützen. Reptilien werden auf eigens angelegte Bio-Komplexe umgesiedelt. Auch für die Anrainer:innen gibt es klare Schutzmaßnahmen, etwa zeitlich begrenzte Arbeitsphasen und den Einsatz emissionsarmer Maschinen.

Stückguthalle Nordwestbahnhof
Visualisierung Nordwestbahnhof

Fazit

Der Rückbau vom Nordwestbahnhof ist mehr als ein technischer Schritt – er ist ein Beispiel dafür, wie Stadtentwicklung und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können. Der bewusste Umgang mit dem Abbruchmaterial zeigt, dass das Ende alter Strukturen den Beginn von etwas Neuem markieren kann: einem Stadtviertel, das von Anfang an auf Zukunft und Umweltverträglichkeit ausgerichtet ist.