Auto-frei, bist du dabei?

21. 09. 2026

Am 22. September ist Autofreier Tag. Ein Impuls für neue Varianten, um autofrei von A nach B zu kommen. 

Das Auto ungenutzt stehen lassen? – Für viele Menschen klingt das zunächst nach einer Herausforderung, schließlich gehört das Auto für viele zum Alltag. Es bringt uns zur Arbeit, zum Sport oder in den Urlaub. Es stehen zu lassen, erfordert ein Umdenken in der „Zeit-Wege-Rechnung“. Was zunächst nach Mehraufwand klingt, eröffnet jedoch neue Möglichkeiten und birgt Vorteile. Beginnen wir bei einem Thema, das ein eigenes Auto unweigerlich mit sich bringt: die Kosten. Autofahren wird nämlich immer teurer. Laut aktuellen Studien liegen die durchschnittlichen Gesamtkosten eines Autos in Österreich mittlerweile bei rund 1.016 Euro pro Monat. Neben Treibstoff und Versicherung machen sich auch Finanzierung, Wartung, Reparaturen und Wertverlust bemerkbar. Allein die Finanzierung eines Neuwagens kostet durchschnittlich 443 Euro monatlich. 

Wenn Mobilität zur Kostenfrage wird 
Der Autofreie Tag lädt deshalb nicht nur dazu ein, das Auto einmal stehen zu lassen. Er ist auch eine Gelegenheit, die eigene Mobilität neu zu betrachten: Welche Wege lassen sich vielleicht genauso gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen? 

Gerade in Zeiten steigender Lebenserhaltungskosten hinterfragen viele Menschen ihre Ausgaben genauer. Dabei rückt auch die Frage in den Fokus, wie wir uns im Alltag fortbewegen und welche Alternativen es zum eigenen Auto gibt.

Österreich ist wie gemacht für die Bahn 
Gerade in Österreich sind die Voraussetzungen dafür gut. Das Land verfügt über eines der dichtesten Bahnnetze Europas. Viele Städte, Ausflugsziele und Urlaubsregionen lassen sich bequem mit Bahn und Bus erreichen. Allein im Jahr 2025 legten Fahrgäste der ÖBB rund 12,7 Milliarden Personenkilometer mit dem Zug zurück. Das sind durchschnittlich rund 35 Millionen Kilometer pro Tag – das entspricht fast 870 Erdumrundungen! 

Wer regelmäßig öffentliche Verkehrsmittel nutzt, spart nicht nur die Betriebskosten für das Auto, sondern oft auch Zeit. Statt das Lenkrad im Griff zu haben, an der Zapfsäule zu stehen oder einen Parkplatz zu suchen, kann die Reisezeit zum Lesen, Arbeiten oder Entspannen genutzt werden.

Vom Vermeiden & Verlagern 
Neben den Kosten sprechen auch Umweltargumente für die Bahn. Die ÖBB vermeiden durch ihre Verkehrsleistungen mit Bus und Bahn in Österreich jährlich mehr als 4 Millionen Tonnen CO₂.*¹ 

Laut Angaben des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) benötigt kein anderer Sektor in Österreich so viel Energie wie der Verkehr: Rund ein Drittel des gesamten Energiebedarfs entfällt auf den Verkehr, davon etwa 90 Prozent auf den Kfz-Verkehr. Dieser ist wiederum zu 92 Prozent von Erdöl abhängig. Allein Pkw und Lkw verbrauchen rund drei Viertel des in Österreich eingesetzten Erdöls. 

Im Gegensatz dazu stammt der Strom für ÖBB Züge und Bahnhöfe in Österreich zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen, 77 Prozent der Bahnstrecken in Österreich sind elektrifiziert und mehr als 90 Prozent der Personenverkehrszüge im Netz der ÖBB fahren mit Strom. 

Auch in weiteren Vergleichen zeigt sich der Unterschied: Eine Bahnfahrt mit den ÖBB in Österreich verursacht pro Person und Kilometer mehr als 30-mal weniger CO₂-Ausstoß als die Fahrt mit einem durchschnittlichen Pkw. Bei Fahrten mit dem Postbus entstehen pro Person und Kilometer rund dreimal weniger CO₂-Emissionen als bei einer Fahrt mit dem durchschnittlichen Pkw.*² Wer öfter auf Bahn und Bus setzt, kann den persönlichen CO₂-Fußabdruck daher beeinflussen. 

Warum nicht auf den Zug umsteigen?

Mobil sein, auch ohne eigenes Auto 
Wie gut das funktionieren kann, zeigte unlängst die wegfinder Mobility Challenge in Baden: 14 Haushalte testeten vier Wochen lang ihren Alltag ohne eigenes Auto. Dabei zeigte sich, dass viele regelmäßige Wege mit Bahn, Bus, Fahrrad und Sharing-Angeboten problemlos möglich sind und neue Mobilitätsroutinen entstehen können. 

Gerade deshalb kann der Autofreie Tag mehr sein als ein symbolischer Aktionstag. Er bietet die Möglichkeit, neue Mobilitätsformen kennenzulernen und auszuprobieren, wie gut sie in den eigenen Alltag passen. 

Natürlich wird der Autofreie Tag nicht dazu führen, dass plötzlich alle Menschen auf ihr Auto verzichten. Aber hoffentlich ist er ein guter Anlass, den Arbeitsweg einmal mit der Bahn zurückzulegen, einen Ausflug mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu unternehmen oder das Auto ganz bewusst einen Tag stehen zu lassen. 

Denn mitunter reicht schon ein Tag, um festzustellen, wie gut Mobilität auch anders funktionieren kann. 

 

Erläuterungen zu Quellen und Details 
Für die Berechnung der Vergleichswerte zwischen den Mobilitätsleistungen der ÖBB (Personen- und Güterverkehr auf der Schiene als auch Personenverkehr mit dem Postbus in Österreich) sowie den Verkehrsmitteln Pkw, Flugzeug und Lkw werden die spezifischen Treibhausgasemissionen pro Personenkilometer bzw. Tonnenkilometer (g CO₂eq/pkm bzw. tkm) herangezogen.   

Die Vergleichswerte für Pkw, Flugverkehr und Lkw werden den Emissionskennzahlen des Umweltbundesamts Österreich (UBA) entnommen. Herangezogen wird ausschließlich die Summe aus den direkten Emissionen sowie den vorgelagerten Treibhausgasemissionen aus der Treibstoffherstellung bzw. Strombereitstellung; ohne Fahrzeugherstellung. Die Vergleichswerte werden auf Basis von Gramm CO₂-Äquivalenten pro g CO₂eq /pkm oder g CO₂eq /tkm ermittelt.  

Die Emissionswerte für die Mobilitätsleistungen der ÖBB (Personen- und Güterverkehr auf der Schiene sowie Personenverkehr mit dem Postbus in Österreich) basieren auf UBA-geprüften ÖBB Daten, die sich hier gesammelt im ÖBB Geschäftsbericht (Nachhaltigkeitsberichtsteil) finden. 

*¹ | Datenbasis: Sämtliche Verkehrsleistungen der ÖBB in Österreich im Personenverkehr auf Schiene und Straße sowie im Güterverkehr auf Schiene im Jahr 2025 | Bahn: 12.672.308.257 pkm, Postbus: 2.632.000.000 pkm, Güter/Schiene: 12.410.449.198 tkm (netto). Die für den rein rechnerischen Vergleich herangezogenen Werte basieren auf den Emissionskennzahlen (2023) des Umweltbundesamts Österreich (UBA) für Personen- und Güterverkehr: Ø Pkw: 225,6 g CO2eq/pkm, Ø Lkw: 65,2 g CO2eq/tkm.  

*² | Datenbasis: UBA, Emissionskennzahlen Verkehrsmittel 2024: Ø Pkw: 174 g CO2eq/pkm, Ø Lkw 75,3 g CO2eq/tkm sowie vom UBA geprüfte ÖBB Daten aus 2024 für Personentransport Schiene: 4,66 g CO2eq/pkm, Personentransport Postbus: 55,1 g CO2eq/pkm, Gütertransport Schiene in Österreich: 3,11 g CO2eq/tkm 

pkm = Personenkilometer 

tkm = Tonnenkilometer