ÖBB Nordwestbahnhof - Meilenstein für Entwicklung des neuen Stadtteils

18. 08. 2020

Noch fahren LKW zwischen Lagerhallen und Bahngleisen, noch parken Busflotten neben Großhandelslagern. Doch in den kommenden Jahren wird sich das Gelände des heutigen Nordwestbahnhofs grundlegend verändern.

Mit der Unterzeichnung eines Infrastrukturübereinkommens zwischen der ÖBB und der Stadt Wien wurde ein weiterer wichtiger Schritt zum Ausbau des 44 ha großen Areals gemacht.

Das Gelände des Nordwestbahnhofs selbst bildet die letzte, großflächige und städtebaulich eine der bedeutendsten innerstädtischen Flächenreserven Wiens. Durch die Verlegung von Frachtenbahnhöfen und Terminals an den Stadtrand sowie durch die Modernisierung des Bahnbetriebs konnten in den vergangenen Jahren große innerstädtische Flächen freigemacht werden. Bis 2033 entsteht auf dem Gelände des Nordwestbahnhofs, das heute noch als Fracht- und Güterbahnhof dient, ein komplett neuer Stadtteil der tausenden Menschen innerstädtischen Raum bieten wird.

Es wächst zusammen, was zusammengehört

Die Stadt Wien und die ÖBB haben jüngst ein entsprechendes Übereinkommen getroffen. Inhalt des beidseitig unterfertigten Infrastrukturübereinkommens ist die Festlegung der Zuständigkeiten und der Kostentragung im Zusammenhang mit der Entwicklung des Nordwestbahnhofs, im Speziellen die Errichtung der technischen und sozialen Infrastruktur, wie zum Beispiel Kanal, Wasser, Strom, Fernwärme, Straßen, Plätze, Grünanlagen, Kindergärten, Schulen etc.

Der neue Stadtteil wird mit seinem großzügig angelegtem Grünraum – nur unweit entfernt von der geographischen Mitte Wiens am unteren Augartenspitz – die mehr als 1,5 Kilometer lange und 400 Meter breite Barriere zwischen Augarten und Dresdner Straße aufheben, die die Brigittenau bis heute in zwei Teile trennt. Gleichzeitig wird es durch den neuen Stadtteil auch zu einer beiseitigen Öffnung und zu mehr Austausch zwischen dem dem 20. und dem 2. Bezirk kommen.

Zukunftsweisendes Stadtentwicklungsprojekt auf ÖBB-Gelände

„Mit der Unterzeichnung des Infrastrukturübereinkommens zwischen der ÖBB und der Stadt Wien wurde ein weiterer wichtiger Schritt hin zur städtebaulichen Entwicklung des Nordwestbahnhof-Areals gemacht. Wir sind stolz darauf, dass wir hier auf unserem Gelände dieses zukunftsweisende Stadtentwicklungsprojekt mitgestalten dürfen, das tausenden Menschen Raum zum Wohnen und Arbeiten, Lernen und Erholen bieten wird“, so Silvia Angelo, Mitglied des Vorstands der ÖBB-Infrastruktur AG.

Abtransport des Abbruchmaterials erfolgt emissionsarm mit dem Zug

Die grob geschätzten Kosten für die Errichtung der städtischen Infrastruktur belaufen sich für die Stadt auf rund 70 Millionen Euro. Die Kosten für die Errichtung eines modernen Bildungscampus und entsprechende Maßnahmen der Wiener Linien sind von dieser Kostenschätzung nicht umfasst. Die ÖBB haben sich, wie auch bei anderen Bahnarealen, dazu verpflichtet, einen wesentlichen finanziellen Anteil zu übernehmen.

Der Start eines entsprechenden UVP-Verfahrens durch die ÖBB ist noch für diesen Herbst geplant. Nach Erhalt eines positiven UVP-Bescheids wird mit den Abbrucharbeiten begonnen und bis 2033 soll das Gesamtprojekt fertiggestellt sein. Die nähere Umgebung wird vor allem während der Abrissphase deutlich entlastet, weil das Abbruchmaterial größtenteils via Zug abtransportiert werden kann.