Volle Wasserkraft marsch!

23. 11. 2020

Baustart des Mega-Projekts Pumpspeicherkraftwerk Tauernmoos im Salzburger Stubachtal

Mit dem symbolischen Tunnelanschlag für das Pumpspeicherkraftwerk Tauernmoos wurden die Hauptbauarbeiten zum Ausbau der Wasserkraft im Salzburger Stubachtal gestartet.

Voll wichtig

Das Pumpspeicherkraftwerk ist ein wichtiger Meilenstein, wen es um den schönenden Einsatz unserer Ressourcen geht. Insgesamt werden ca. 300 Millionen Euro in den Standort investiert und somit langfristig die Arbeitsplätze vor Ort gesichert. Mit einer Sprengung am Enzingerboden auf 1.500 Meter Seehöhe, haben die Arbeiten für den Erschließungstunnel Stubachtal begonnen. Bundesministerin Leonore Gewessler, Landeshauptmann Wilfried Haslauer, ÖBB Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä sowie der Bürgermeister der Standortgemeinde Uttendorf, Hannes Lerchbaumer haben, wenn auch aus der Ferne, feierlich am Baustart mitgewirkt. Vor Ort ist die Baustelle jetzt in Vollbetrieb.

Volle Wasserkraft

Von insgesamt zehn Wasserkraftwerken in Österreich bilden die vier Bahnstromkraftwerke im Salzburger Stubachtal die größte und leistungsstärkste Kraftwerksgruppe der ÖBB. Der Grundstein dafür wurde bereits im Jahr 1914 gelegt und bis in die 1990er entsprechend erweitert. Mit dem Ausbau der Kraftwerksgruppe um das Pumpspeicherkraftwerk Tauernmoos ist auch künftig eine effiziente Erzeugung von umweltfreundlichem Bahnstrom für eine nachhaltige und umweltfreundliche Mobilität gewährleistet. Im Gegensatz zu herkömmlichen Speicherkraftwerken erlaubt das neue Pumpspeicherkraftwerk Tauernmoos, neben der Produktion von umweltfreundlichem Strom aus Wasserkraft, auch große Mengen an Energie kostengünstig zu speichern und somit Leistungsspitzen im Bahnstromnetz optimiert abzudecken. So kann bei geringer Nachfrage überschüssiger Strom genutzt werden, um Wasser in das höher gelegene Speicherbecken zu pumpen und anschließend, bei erhöhter Nachfrage, wieder Bahnstrom zu erzeugen.

Voll im Zeitplan

Bereits seit dem Frühjahr 2020 laufen wichtige Vorarbeiten. Dabei wurden Voreinschnitte für die Stollen gemacht, Zufahrtstraßen ertüchtigt und Lagerflächen für den Tunnelausbruch vorbereitet. Auch Teile der Energieableitung, dem Stromkabel, das letztendlich von Uttendorf bis zur Kaverne Tauernmoos reichen wird, wurden gebaut. Aktuell werden nun beim Zufahrtstunnel täglich ca. 20 Meter Vortrieb erreicht. Bis Weihnachten wird derzeit an zwei Vortrieben gearbeitet, ab April 2021 wird auf vier Vortriebe aufgestockt und der Kavernenausbau gestartet. Gebaut wird dann bis zum Jahr 2025. Danach folgt der Probebetrieb, welcher im Jahr 2026 in den Regelbetrieb übergeht. Alle Arbeiten finden natürlich unter Beachtung der Vorgaben im Rahmen der COVID19-Pandemie statt.

Voll viele Zahlen

Den eigentlichen Kern des Großprojektes stellt das im Felsmassiv des Schafbichls in einer Kaverne (Hohlraum im Berg) gelegene Pumpspeicherkraftwerk mit seinen zugehörigen Ein-bzw. Auslaufbauwerken am Weißsee und am Tauernmoossee sowie dem Kraftabstieg dar. Die unterirdische Kaverne des geplanten Kraftwerks Tauernmoos wird in eine Maschinen- und eine Trafokaverne unterteilt. Auch ein Leitstand, Werkstätten und ein Aufenthaltsraum sind in der Kaverne untergebracht. Die Kaverne ist dann über den Erschließungstunnel Stubachtal zu erreichen. Der unterirdische Kraftabstieg wird zukünftig im Turbinenbetrieb ca. 80 m³ und im Pumpbetrieb ca. 70 m³ Wasser in der Sekunde transportieren. Insgesamt wird die Kraftwerksanlage zukünftig bei einer Gesamtleistung von 170 MW (Megawatt) – rund 460 GWh Jahresenergieerzeugung aufweisen und damit den Anteil der Bahnstromeigenerzeugung erhöhen. Das Pumpspeicherkraftwerk Tauernmoos wird es ermöglichen, in verkehrsschwachen Zeiten durch Pumpen von Wasser in den höherliegenden Weißsee eine Speicherung von Energie für verkehrsstarke und damit energieintensive Phasen zu ermöglichen. Dabei wird der Höhenunterschied von ca. 220 Metern zwischen den Stauseen Tauernmoossee und Weißsee genutzt.

Voll einfach erklärt: Das Prinzip der Bahnstromaufbringung

Eine unserer Kernaufgaben ist es, Voraussetzungen zu schaffen, die für eine umweltfreundliche, nachhaltige und leistbare Mobilität erforderlich sind. Deshalb setzen wir auf 100% Strom aus erneuerbarer Energie. Der Jahresverbrauch an Bahnstrom (16,7 Hertz) beträgt in Österreich ca.2.000 Gigawattstunden. Ca. 33 Prozent dieses Jahresbedarfs werden in den ÖBB eigenen Wasserkraftwerken, ca. 25 Prozent in Partner-Wasserkraftwerken erzeugt. Der Rest wird aus dem öffentlichen 50-Hertz-Stromnetz bezogen und in den ÖBB-Frequenzumformern in Bahnstrom mit der Frequenz 16,7 Hertz umgewandelt. Um die Bahnstromversorgung langfristig zu sichern, bauen wir unsere nachhaltige Bahnstromerzeugung aber auch die Stromerzeugung für unsere Anlagen weiter aus. Damit unterstützen sie die globalen Ziele des Klimaschutzes.

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Wir haben unsere ProjektpartnerInnen gefragt, was dieses Mega-Bauprojekt für sie und für die Umwelt bedeutet:

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Alexander aus Salzburg:
Warum bauen die ÖBB Wasserkraftwerke wie in Tauernmoos aus?

ÖBB Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä:
„Die ÖBB sind schon heute das größte Klimaschutzunternehmen Österreichs. Da ist es nur konsequent in den Ausbau der erneuerbaren Energie zu investieren. Insgesamt betreiben wir in Österreich 10 Wasserkraftwerke sowie 7 Frequenzumformer. Auch hier, am Beispiel Kraftwerk Tauernmoos, stellen wir unter Beweis, dass Klimaschutz in unserer DNA liegt.“

Alma aus Mitersill:
Welche Rolle spielt das Kraftwerk Tauernmoos für das Land Salzburg?

Landeshauptmann Wilfried Haslauer:
„Ich freue mich sehr, dass hier im Oberpinzgau investiert wird. Das ist eine wichtige Investition, die im Land Salzburg Arbeitsplätze und Wertschöpfung bringt. Aber es ist vor allem auch eine strategisch wichtige Investition, denn sie bringt uns unserem Ziel Salzburg bis 2050 klimaautonom und energieautonom zu gestalten weiter.“

Marcel aus Stubach:
Was sagt der Bürgermeister der Gemeinde zu dem Großprojekt?

Bürgermeister Hannes Lerchbaumer:
„Saubere Energie ist für den Umweltschutz unumgänglich. Als Bürgermeister der Gemeinde Uttendorf und als Mitarbeiter in der Kraftwerksgruppe ist es für mich in zweifacher Weise erfreulich. Zum einen, dass in Zukunft ca. ein Viertel des österreichischen Jahresbahnstrombedarfes aus dem Salzburger Stubachtal kommt, zum anderen, weil nachhaltig Arbeitsplätze in der Region geschaffen werden.“

Tanja aus Uttendorf:
Was bedeutet das Pumpspeicherkraftwerk Tauernmoos für den Klimaschutz?

Bundesministerin Leonore Gewessler:
„Ich freue mich über den Baustart des Pumpspeicherkraftwerks Tauernmoos. Das ist ein wichtiges Projekt auf unserem Weg zu einem klimafreundlichen Verkehrssystem. Mit diesem Projekt leisten die ÖBB einen weiteren großen Beitrag zur Erreichung unserer Klimaziele.“

Mehr Infos zu dem Projekt findet ihr auch hier.

Stay tuned, wenn wir am 04.12.2020 die Heilige Barbara – die Schutzpatronin der Bergleute feriern.