Internationaler Tag für mehr Sicherheit an Eisenbahnkreuzungen.

11. 06. 2020

Am 11. Juni, wird weltweit der „Internationale Tag für mehr Sicherheit an Eisenbahnkreuzungen“ begangen.

In Österreich arbeiten daher der Bund, die Länder und die ÖBB kontinuierlich daran, niveaugleiche Eisenbahnkreuzungen zu reduzieren. Seit dem Jahr 2000 wurde die Zahl der Eisenbahnkreuzungen österreichweit nahezu halbiert. Dafür werden von den ÖBB jedes Jahr rund 20 Mio. Euro in die Hand genommen. Im langjährigen Schnitt gehen die Unfälle an Eisenbahnkreuzungen zwar deutlich zurück, trotzdem kam es im vergangen Jahr zu insgesamt 80 Unfällen.

Alle Eisenbahnkreuzungen sind gesichert, entweder technisch oder nicht technisch. Das heißt, dass es bundesweit keinen einzigen Bahnübergang im Streckennetz der ÖBB gibt, der nicht zumindest mit einem Andreaskreuz gesichert ist. Die häufigsten Unfallursachen sind Unachtsamkeit und Ablenkung der StraßenverkehrsteilnehmerInnen. Auch Gewohnheit macht blind: Gerade ortsansässige Personen, die täglich Eisenbahnkreuzungen queren, sind besonders gefährdet. Ignorieren AutofahrerInnen Stopptafeln oder Lichtzeichenanlagen mit oder ohne Schranken an Eisenbahnkreuzungen, kann das dramatische Folge haben. Denn Züge können weder ausweichen, noch zeitgerecht vor einem unerwartet auftretenden Hindernis gebremst werden.

Maßnahmenbündel für mehr Sicherheit

Um mehr Sicherheit für die StraßenverkehrsteilnehmerInnen vor Eisenbahnkreuzungen zu gewährleisten, werden seitens der ÖBB verschiedene Maßnahmen gesetzt: Die Auflassung von Eisenbahnkreuzungen, die technische Sicherung von Eisenbahnkreuzungen (d.h. eine Sicherung durch Lichtzeichenanlage mit oder ohne Schranken) sowie die Sensibilisierung vor den möglichen Gefahren.

Gab es im Jahr 2000 noch knapp über 6.000 Eisenbahnkreuzungen, so wurde die Anzahl mit derzeit 3.134 im österreichischen Netz der ÖBB nahezu halbiert. Davon sind mit 1.592 mehr technisch gesichert als nicht technisch gesichert (1.542). Zusätzlich werden auch technische Maßnahmen wie etwa Bodenmarkierungen oder der Einbau von Fahrbahnlichtern gesetzt, um die Aufmerksamkeit vor den Kreuzungen zu erhöhen.

Verteilung von Informationsflyern „Sicherheit hat Vorrang“

Entscheidend ist das richtige Verhalten der VerkehrsteilnehmerInnen an Eisenbahnkreuzungen. Um darauf hinzuweisen, verteilen die ÖBB bundesweit den neuen Info-Flyer „Achtung Eisenbahnkreuzung - Sicherheit hat Vorrang“ an AutofahrerInnen.

Sensibilisierung für die möglichen Gefahren an Eisenbahnkreuzungen

In nahezu 99 Prozent der Fälle ist mangelnde Aufmerksamkeit der AutofahrerInnen die Unfallursache. Der Bremsweg hängt von Geschwindigkeit und Gewicht des Zuges ab. Im Vergleich mit einem Auto beträgt er bis zum Zehnfachen oder sogar darüber hinaus. Daher ist rechtzeitiges Bremsen für den Lokführer/die Lokführerin vor einem Hindernis meist nicht möglich.

Besonderes Augenmerk bei der Bewusstseinsbildung vor den Gefahren an Eisenbahnkreuzungen wird dabei auch auf Kinder und Jugendliche gelegt. So warnt die Sicherheitskampagne „pass auf dich auf“ vor möglichen Gefahren im Bahnverkehr. Speziell das richtige Verhalten bei Eisenbahnkreuzungen wird aktiv angesprochen. Zusätzlich finden Sicherheitsvorträge an rund 220 Schulen pro Jahr statt, damit werden ca. 22.000 SchülerInnen pro Jahr erreicht. www.passaufdichauf.at

Was tun, wenn man vom Schranken eingesperrt wird?

Sollten AutolenkerInnen zwischen den Schranken eingesperrt werden, hilft nur noch Gas geben. Die Schrankenbäume sind so konstruiert, dass sie beim Durchfahren nachgeben. Manchmal kann das Auto den Schranken auch einfach hochdrücken. Nach dem Durchfahren des Schrankens muss der Schaden der Polizei und der Kfz-Versicherung gemeldet werden.

Mehr Informationen und Video dazu auch hier.