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Koralmbahn: tierisch gut?

04. 03. 2022

Am 3. März ist der Tag des Artenschutzes. Blicken wir in Richtung Süden: Die Koralmbahn zählt österreichweit zu den größten Bauvorhaben, die zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nach dem UVP-Gesetz eingereicht und genehmigt wurden. 

Reger Zuzug im Granitztal

Vor dem: „Bahn frei“ bzw. „Bagger frei“ gab es viele Begleitmaßnahmen, um schützenswerte Gebiete zu wahren oder Lebensräume zu rekultivieren. Eben bauen im Einklang mit der Natur. Im Kärntner Granitztal wurden auch ökologisch sensible Bereiche von den Baumaßnahmen berührt. Wir wollten die Eingriffe nicht nur ausgleichen, sondern eine positive Öko-Bilanz ziehen. So entstanden um 5.400m² mehr Biotopfläche als vom Bau beansprucht wurden. Dadurch haben sich im Granitztal mit dem Eisvogel und Biber zwei ökologisch wertvolle Tierarten angesiedelt, die dort vor den Baumaßnahmen nicht heimisch waren. Eigens errichtete Steilufer und eine Aufweitung des Baches verbessern das Nahrungsangebot. Ein ausgeklügeltes Logistikkonzept ließ den Eisvogel schon während des Baus im Granitztal einziehen. Diese „Migration“ brachte uns ein weiteres Tierchen ein: Die Goldene Unke – dabei handelt es sich allerdings nicht um ein Lebewesen, sondern um eine Auszeichnung. Welche, das könnt ihr hier nachlesen.  

Eisvogel

Der Eisvogel hat sich im Granitztal angesiedelt

Ruhe für den Reiher

In der Nähe der ehemaligen Koralmtunnel-Baustellenfläche im steirischen Leibenfeld befindet sich eine der größten Graureiherkolonien südlich der Alpen. Die Rodungsarbeiten wurden an die Brutzeit angepasst, blendfreie Lampen installiert und ökologische Schutzservitute errichtet. 

Reiher

Auch den Reiher findet man in der Nähe der Koralmbahn

Fließende Umzugsprämie

Wohnraumveränderungen sind wohl für jedes Lebewesen eine Herausforderung. Für die Fische und Steinkrebse im Rojacher Bach brachte die Gewässerverlegung auf einer Länge von rund 500 Metern einen neuen, hochwertigen Lebensraum: Sie wurden sorgfältig geborgen und wieder in geeigneten Abschnitten ausgesetzt. 

Auch die Laßnitz musste auf einer Länge von rund 800 Metern künstlich verlegt werden. Das Flussufer und die angrenzenden Flächen bilden heute einen vielseitigen Naturbereich – mitten in einem landwirtschaftlich intensiv genutzten Tal. Der „gesiedelte“ Bereich wird forstwirtschaftlich nicht genutzt, wodurch er Lebensraum für viele Tierarten bietet. Fischotter haben hier ebenso eine neue Heimat gefunden, wie das anspruchsvolle Blaukernauge – ein gefährdeter Schmetterling mit dunkelbrauner Flügeloberseite. Auch Wespenspinnen, Prachtlibellen, Ameisen und viele weitere Arten nutzen den neuen Lebensraum, den ihnen die gepflanzte und spontan entstandene Flora bietet.   

Artenschutz
Blaukernauge
Vorher Nachher
Laßnitz

Fazit: Die Koralmbahn ist tierisch gut!!! Von den Vorteilen für die Umwelt, weil man die Bahn nutzen kann ganz zu schweigen. 

Alle Infos zu dem Jahrhundertprojekt: Koralmbahn - ÖBB-Infrastruktur AG (oebb.at)