Über Schotter und Schmetterlinge: Die Bauarbeiten auf der Weststrecke

03. 09. 2020

Die Weststrecke ist die am meisten befahrene Strecke Österreichs. Für eine weiterhin gute Fahrt werden hier noch bis 4. September umfangreiche Gleisbauarbeiten durchgeführt – während des aufrechten Betriebs!

Bei der Erhaltung der Bahnanlagen ist die Erneuerung von Gleisanlagen auf einer Länge von über vier Kilometern zwischen Seekirchen am Wallersee und Hallwang-Elixhausen eines der größten Projekte. Gleichzeitig wird der zweite Bahnsteig in Eugendorf modernisiert. Beim Ausbau von Neumarkt-Köstendorf zum Verkehrsknotenpunkt im Flachgau wird eine wichtige Weichenverbindung für den neuen Inselbahnsteig eingebaut. Paul Hettegger, Projektleiter bei ÖBB-Infrastruktur AG im Bereich Projekt Neu- und Ausbau: „Alle Vorhaben werden gebündelt durchgeführt, um damit die Grundlage für sicheren, pünktlichen und noch attraktiveren Bahnverkehr zu schaffen.“

Vollautomatische Gleisbauzüge reinigen und erneuern Unterbau und Schotterbett und bauen in einem Zug die alten Schienen und Schwellen aus und das neue Gleis ein.
Wie das genau funktioniert seht ihr in diesem Video:

Die Bauarbeiten werden mit umfangreichen Schutz- und Ausgleichsmaßnahmen begleitet. So kann im Einklang mit der Natur die Infrastruktur Instand gehalten werden.

Denn: Für verschiedene Arten von Reptilien, Amphibien und Insekten wurden bereits vor Baubeginn neue Habitate geschaffen. Es wurden neue Teiche angelegt, Fließgewässer renaturiert sowie lebensraumverbessernde Maßnahmen in Form von Stein- und Asthaufen durchgeführt. Die neuen Flächen werden bereits jetzt von geschützten Arten besiedelt und dienen umgesiedelten Tieren als neue Lebensräume. Erfahrene Biologen haben aus den Baufeldern Schlingnattern, Ringelnattern, Blindschleichen, Gelbbauchunken und Grasfrösche umgesiedelt. Bei der Rekultivierung der Bahnböschungen wird darauf geachtet, dass gefährdete und seltene Insekten, wie Schmetterlinge, wieder geeignete Habitate vorfinden. Der wunderschöne Kaisermantel fühlt sich auch sichtlich wohl.

Warum wir das tun? Weil uns die Natur genauso am Herzen liegt, wie unsere Infrastruktur – überzeugt euch selbst:

Faktenbox zu den insgesamt 5 Baustellen zwischen Salzburg und St. Pölten:

  • 10 km Gleis
  • 20.100 m Schienen
  • 40.000 t Schotter
  • 14.800 Betonschwellen
  • 15.000 t Tragschichtmaterial
  • 49 Weichen, davon 31 komplett neu
  • Bis zu 360 Personen, 24/7