Pflanz mich! Mit Händchen zum grünen Daumen

08. 04. 2021

Im launischen Monat April widmen wir uns auf „Erd&Äpfel” der Anzucht von Pflanzen. 

Und auch wenn viele Tage trügerisch warm sind; raus dürfen die Frischlinge noch nicht – es sei denn, sie sind durch Glashaus & Co. geschützt.

Wir holen unsere ÖBB Kolleginnen Ewelina und Ygua vor den Vorhang, die schon fleißig Pflanzen vorgezogen haben. Mit ihren Tipps und Tricks im ersten Themenschwerpunkt dieser Serienreihe – der Ansaat und Aufzucht von Jungpflanzen – sprießt das Grün in den eigenen vier Wänden bestimmt. Kommt mit uns auf ihre Balkone. Nachmachen unbedingt erwünscht!

Nichts schmeckt besser, als Gemüse aus dem eigenen Garten oder Balkon – darüber sind wir uns einig. Nur, wann genau und wie beginnt man und warum zieht man Gemüsepflanzen eigentlich vor? Um deinen Pflanzen einen optimalen Start zu ermöglichen, haben sich unsere Kolleginnen Ewelina und Ygua die Hände schmutzig gemacht und auf ihren Balkonen Jungpflanzen vorgezogen – wir dürfen mit dabei sein und ihnen bei ihrem Hobby über ihre Schultern blicken.

Hier stellen wir euch die beiden kurz vor:

Ewelina ist Fachreferentin für Abfallwirtschaft und Umwelttechnik bei der ÖBB Infrastruktur. In ihrer Freizeit schätzt Ewelina ihren Balkon sehr, der im Sommer üppig wuchert. Das freut auch die Streifenhörnchen, die sie immer wieder am Balkon besuchen kommen.

Yguanira ist CSR-Managerin bei der ÖBB Rail Cargo Group. Auch privat ist ihr das Thema Nachhaltigkeit sehr wichtig. In den Sommermonaten wird ihr Balkon zum grünen Paradies – dann ist ihre Lieblingsbeschäftigung das Kontrollieren, ob alles schön wächst. Sie beobachtet gerne das Wachsen und Blühen ihrer Pflanzen und liebt das tolle Gefühl, wenn es endlich etwas zu ernten gibt.

Vorziehen – warum eigentlich?

Viele Gemüsearten und Salate werden auf der Fensterbank vorgezogen, damit sie im Spätfrühling groß und stark genug sind, um ins Freie umgesetzt zu werden. Der Grund hierfür liegt nahe: Die beliebtesten Gemüsesorten benötigen gleichmäßige Wärme und Feuchtigkeit – und das kann in unseren Breiten mit plötzlich einsetzendem Frost nicht immer garantiert werden.

Lasst uns los legen

Beim Vorziehen muss man schon mit der richtigen Grundausrüstung starten. Es gibt gängige Anzuchtkästchen im Supermarkt zu erstehen, aber grundsätzlich eignen sich auch Joghurtbecher, wenn man sie mit genügend Vorlaufzeit sammelt. Somit wird aus Einweg gleich auch Mehrweg. Ewelina verwendet klassische Anzuchtkästchen (siehe Foto) mit einem Deckel, worin sie die Pflänzchen zuerst in der Wohnung anzieht: „Sobald die Pflanzen circa zwei Wochen alt sind, und die Temperaturen es zulassen, temperiere ich die Setzlinge im Folienhaus am Balkon”, erklärt Ewelina.

Und Ygua hat den passenden Tipp zur Erdauswahl. Sie verwendet immer spezielle Aussaaterde. Diese gibt es grundsätzlich im Einzelhandel, kann aber auch leicht selbst hergestellt werden. „Dafür einfach gängige Standarderde und Sand im Verhältnis 2:1 mischen“, erklärt sie weiter. Diese Erde enthält keinen Dünger und ist locker und keimfrei, so werden die Pflänzchen angeregt, kräftige Wurzeln auszubilden.

Achtung: Schimmelgefahr

Ganz wichtig ist, die Setzlinge bzw. die Schalen immer auf Schimmel zu prüfen. „Sind die kleinen Pflanzen noch in der Pflanzenschale mit einem Deckel geschützt, muss regelmäßig gelüftet werden“, erklärt Ewelina. Und am besten: So schnell wie möglich raus damit, vor allem am Tag. „Denn in der Wohnung wachsen die Pflanzen nur in die Höhe und sind sehr dünn. In der Wohnung gibt es zwar Wasser und Wärme aber viel zu wenig Sonne”, so die Pflanzenkennerin weiter.

Wo bekomme ich gutes Saatgut?

Grundsätzlich ist immer wichtig darauf zu achten, welche Qualität das Saatgut hat – starke Biopflanzen sind klar im Vorteil. Und der Griff zu teureren Samen kann sich auch auszahlen. Das untermauert auch Ygua: “Wichtig ist, Qualitätssaatgut beim Fachhandel zu besorgen und auf Bio, Raritäten und regionale Sorten zu achten, um Biodiversität und Nachhaltigkeit zu fördern und invasive Pflanzen zu vermeiden. Es gibt auch Saatgutbörsen zum Tausch, sehr vielfältig ist auch das Angebot von Arche Noah.

  

Zu guter Letzt: Auf den Platz achten

Ewelina rät auch dazu, nicht zu viele Samen zu verwenden. Denn gutes Saatgut geht normalerweise fast zu 100 % auf: „Gerade Besitzerinnen und Besitzer von Balkonen sollten nicht zehn Samen in einen Anzuchttopf geben, in welchem danach eine Pflanze weiterwachsen soll. Zwei bis drei reichen und dort, wo die eine oder andere nicht aufgeht, kann man die Überschüssigen setzen.” Also eher tief stapeln, sonst hat man bald ein Platzproblem. Oder ihr macht es wie Ewelina und verschenkt überzählige Pflänzchen, das freut Freunde und Bekannte.

Alle Tipps und Tricks von Ewelina und Ygua könnt ihr im Interview  nachlesen. Außerdem haben die beiden  ihr Projekt für uns bildlich begleitet. Wie ihr seht, gibt es hier schon die ersten tollen Erfolge - klickt euch durch die Bildergalerie und lasst euch überraschen.

So geht es weiter bei Erd&Äpfel: Während unsere Jungpflanzen sprießen, bereiten wir uns auf den nächsten Meilenstein vor, dem Anbau von Trocken- bzw. Magerwiesen.  Dazu besuchen wir unsere Kollegin Monika in ihrem Innsbrucker Garten und werden erfahren, ob ihre Trockenwiese, die sie letztes Jahr angesät hat, heuer das erste Mal blüht. Also bleibt dran und zieht mit uns durch das heurige Gartenjahr.