Gleise

Vier Gleise für ein Halleluja: Lückenschluss Weststrecke

12. 04. 2021

Wir schließen eine Lücke und bauen den letzten Abschnitt auf der Weststrecke im Osten von Linz 4-gleisig aus, um noch mehr Kapazität im Personen- und Güterverkehr auf die Schiene zu bringen.

Ab 2030 soll die Weststrecke von Wien bis Wels durchgehend viergleisig sein – ein Meilenstein!

Gleise

Seit 2017 ist die Weststrecke von Wien bis Linz Kleinmünchen vollständig viergleisig ausgebaut. Rund vier Kilometer zwischen Linz Kleinmünchen und Linz Signalbrücke auf Höhe der Lastenstraße werden noch zweigleisig geführt. Diese Lücke wird nun geschlossen. Mit dem Projekt Linz Verschiebebahnhof (Vbf.) West – Linz Signalbrücke soll dieser Abschnitt ebenfalls auf vier Gleise ausgebaut werden.

Auflösen des letzten Nadelöhrs

Aktuell geht die viergleisige Weststrecke aus Wien kommend in Linz Kleinmünchen in eine zweigleisige Strecke über. Dieser letzte, noch nicht ausgebaute Abschnitt zwischen Linz Kleinmünchen und Linz Signalbrücke auf Höhe der Lastenstraße stellt, vor allem aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Linzer Hauptbahnhof, einen Kapazitätsengpass dar. Nah- und Fernverkehrszüge teilen sich dort die lediglich zwei Gleise, die für die Weststrecke vorgesehen sind und verlieren durch Vorranggeben und Queren oft wertvolle Zeit. Auch ohne die prognostizierte Zunahme der Verkehre auf der Weststrecke, ist diese bereits jetzt die am meisten befahrene: Rund 30 % aller Züge in Österreich verkehren hier, obwohl sie nur rund 10 % des Schienennetzes ausmacht. Um die Betriebsabläufe zukünftig zu optimieren, ist ein viergleisiger Ausbau notwendig. Damit stehen künftig zwei Gleise nur für den Fernverkehr und zwei Gleise für den Nahverkehr zur Verfügung. Züge erreichen beziehungsweise verlassen künftig ohne aufwendiges Einfädeln die Bahnsteige im Hauptbahnhof Linz beziehungsweise die Verschiebebahnhöfe.

So wird´s gemacht

In der Bauzeit von 2024 bis 2030 sollen die gesamten Gleisanlagen inklusive Unterbau, Oberleitungen, Gleisen und Weichen komplett erneuert werden – im laufenden Betrieb! Dabei bleibt die bisherige Trassenlage nahezu unverändert. Der Reisezugtunnel, durch den die Fernverkehrszüge fahren, wird neu gebaut. Das Projekt beinhaltet mehrere neue Brückenbauwerke. Eine Ergänzung der bestehenden Lärmschutzmaßnahmen ist ebenfalls vorgesehen. Das alles wird bei laufendem Bahnbetrieb entstehen, damit Zuggäste ungehindert, wie gewohnt die Bahn nutzen können. Die Einreichung zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für dieses Bauvorhaben, das voraussichtlich 2024 beginnen soll, findet im April statt.

UVP – was ist das?

Sogenannte Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) sind ein wesentlicher Bestandteil in der Beurteilung eines Bauvorhabens. Damit werden die Auswirkungen des Vorhabens auf die Umwelt vor der Verwirklichung von unabhängigen Sachverständigen genau geprüft. Dabei werden die Auswirkungen ganzheitlich und umfassend betrachtet und auch mögliche ökologische Ausgleichmaßnahmen festgehalten. Die Einreichung des Vorhabens zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und eines teilkonzentrierten eisenbahnrechtlichen Genehmigungsverfahrens beim Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) findet im April statt. Das Verfahren ist die erste Genehmigungsstufe – und damit ein wichtiger Meilenstein – anschließend folgen weitere Verfahren durch das Land Oberösterreich. Investiert werden laut aktuellem Rahmenplan insgesamt 338,1 Mio. Euro.

Vier Gleise für Mensch und Natur

Reisende profitieren von einem verbesserten Verkehrsangebot, pünktlicheren Zügen und einem stabilen Fahrplan: Der Lückenschluss im Bereich Linz Vbf. West – Linz Signalbrücke ermöglicht ein dichteres im S-Bahn-System Linz – St.Valentin – Amstetten und mehr Fernzüge. Aber nicht nur Fahrgäste können sich über die Kapazitätssteigerung freuen – auch die Umwelt kann aufatmen! Denn damit ist auch eine weitere Verlagerung der Güter von der Straße auf die umweltfreundliche Schiene möglich.

Streckenausbau Amstetten

Neuer Verkehrsknoten für Linz

Mit den Projektpartnern Stadt Linz und Land Oberösterreich soll im Rahmen des Projekts mit der Haltestelle Linz Franckviertel zudem ein neuer Nahverkehrsknoten entstehen, der den Umstieg zwischen Zügen der West- und Summerauerstrecke sowie dem Linzer Öffi-Verkehr ermöglicht und den Linzer Hauptbahnhof entlastet. Die neue Haltestelle Linz Franckviertel wird im Bereich der Lastenstraße angesiedelt werden – für den Stadtverkehr und für Pendlerinnen und Pendler eine echte Erleichterung.

Ausbau der Weststrecke in drei Jahrzehnten

Seit die Weststrecke 1989 zur Hochleistungsstrecke erklärt wurde, investieren die ÖBB kontinuierlich in die Infrastruktur von Bahnhöfen und Gleisanlagen und bauen die Strecke Schritt für Schritt viergleisig aus. Insbesondere die Inbetriebnahme der 60 Kilometer langen Neubaustrecke zwischen Wien und St. Pölten im Dezember 2012 markiert eine neue Zeitrechnung im Ost-West-Verkehr. Mittlerweile ist die Strecke Wien – Linz bis auf einen kleinen Abschnitt im Linzer Osten vollständig viergleisig und ermöglicht eine um fast 20 Minuten schnellere Fahrtzeit zwischen Wien und Linz als früher.

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Daten & Fakten

  • Bauzeit vsl. 2024 – 2030
  • Strecke Linz Vbf. West (Linz Kleinmünchen) – Linz Signalbrücke (Linz Hbf. Ostseite)
  • Streckenlänge rund 4 km
  • Nächster Meilenstein UVP-Einreichung April 2021