Wir mögen’s bunt: ÖBB und Diversity

21. 09. 2021

Wir sind viele – und vielfältig. Warum Diversität für uns in vielerlei Hinsicht so wichtig ist, darüber haben wir uns mit den ÖBB Mitarbeiter:innen Krisztina Gulyás und David Gansrigler unterhalten. Im Blogartikel zeigen wir stolz, wie bunt die ÖBB sind!

Das Thema „Diversity“ erfährt in vielen großen Unternehmen Aufwind. Was ist darunter eigentlich zu verstehen?

David Gansrigler: Übersetzt bedeutet „Diversity“ in etwa „Vielfalt“ oder „Vielfältigkeit“. Das umfasst verschiedenste Bereiche, wie zum Beispiel persönliche und soziale Unterschiede innerhalb einer Gruppe oder einer Struktur. Für uns als ÖBB bedeutet es einen echten Mehrwert, ein einzigartiges Team zu haben!

Was bedeutet das hinsichtlich der täglichen Zusammenarbeit der ÖBBler:innen?

Krisztina Gulyás: Als Geschäftsführerin eines internationalen Joint Ventures von ÖBB Technische Services ist Diversity Teil unseres Selbstverständnisses. Für unser internationales Werkstätten-Netz braucht es vielfältige Teams, die gut zusammenarbeiten. Dazu zählt nicht nur die sprachliche oder kulturelle Diversität, sondern beispielsweise auch die fachlichen Kenntnisse. Wir vereinen viele verschiedene Gebiete und alle müssen harmonisch, aber auch schnell und effizient ineinandergreifen. All das braucht es auch, damit internationale Personen- und Güterverkehre gut laufen. Und das geht nur, wenn alle im eigenen Bereich Profis sind und respektvoll miteinander umgehen, indem wir die Erfahrung und das Know-how des Gegenübers schätzen.

David Gansrigler: Und es lassen sich noch weitere Dimensionen nennen, wie zum Beispiel Herkunft, sexuelle Orientierung, Alter, Religion und die Funktion im Unternehmen. Vielfalt birgt darüber hinaus auch viele Chancen, die auch über die tägliche Zusammenarbeit der Mitarbeiter:innen hinausgehen.

Welche Chancen sind das zum Beispiel?

David Gansrigler: Wenn wir uns als fortschrittlicher und moderner Konzern positionieren, stärkt das unseren Ruf als attraktiver Arbeitgeber. In Zeiten des Fachkräftemangels und des Generationenwandels ist das besonders wichtig. Ein besseres Image bedeutet nämlich auch mehr Bewerber:innen sowie Kund:innen.

Krisztina Gulyás: Das Thema Diversity hat noch eine sehr wichtige wirtschaftliche Komponente. Mitarbeiter:innen-Teams, die sehr vielfältig sind, bringen kreativere und innovativere Lösungen hervor, denn jede:r hat unterschiedliche Stärken und eine unterschiedliche Perspektive, die sie:er mit einbringen kann. Und genau das ist es, was wir brauchen: überzeugende Leistungen für unsere Kund:innen.

Das bedeutet also, dass unser Erfolg als Konzern eng mit Diversity verknüpft ist?

David Gansrigler: Ganz genau, man könnte es so zusammenfassen: Wir arbeiten für unsere Kund:innen und müssen deshalb denken wie sie. Das trifft natürlich auch und ganz besonders auf den Personenverkehr zu. Je genauer wir die Wünsche unserer Reisenden kennen und bedienen, umso erfolgreicher werden wir sein. Wenn fast ausschließlich ein- und dieselbe Gruppe daran arbeitet, die Bedürfnisse des vielfältigen Mobilitätsmarktes zu analysieren, kann es leicht passieren, dass an den eigentlichen Kund:innenbedürfnissen vorbeigearbeitet wird. Sind wir intern diverser, können wir neue Zielgruppen besser ansprechen und zum Beispiel mit Marketingaktivitäten gezielter umwerben. Das haben wir beispielsweise sehr gut mit speziellen Reiseangeboten und unserem Auftritt bei der Europride 2019 in Wien geschafft. Insgesamt ist das keine einfache Aufgabe, denn unser Markt ist an sozialer Vielfalt kaum zu überbieten.

Krisztina Gulyás: Und bei ÖBB Technische Services gibt es 4.000 Mitarbeiter:innen, die aus unterschiedlichen Teilen der Welt und verschiedenen Generationen kommen. Das macht uns stark, bringt aber auch Aufgaben mit sich.

Das Thema Diversity ist also kein Selbstläufer?

Krisztina Gulyás: Ganz im Gegenteil. Für das Unternehmen und die Führungskräfte kann Vielfältigkeit auch eine gewisse Herausforderung bedeuten. Sie ist mit Arbeit verbunden – aber sie zahlt sich aus. Jede:r bringt eben auch spezielle Vorstellungen und Erwartungen mit, was auch zu Meinungsverschiedenheiten führen kann. Es ist wichtig, diese Punkte offen zu thematisieren und zu lösen, damit das Team von der Vielfalt seiner Mitglieder auch wirklich profitieren kann.

David Gansrigler: Letztlich möchten wir, dass sich alle wohlfühlen. Denn das führt wiederum dazu, dass alle ihr Bestes geben können. Wenn wir Vorurteile abbauen und ein positives Arbeitsklima schaffen, wirkt sich das langfristig auch vorteilhaft auf die Mitarbeiter:innenbindung aus.

Wie sieht es mit der gesellschaftlichen Komponente aus?

David Gansrigler: Als großer Konzern mit enormer Bekanntheit tragen wir natürlich auch gesellschaftliche Verantwortung. Wir stellen uns entschieden gegen die Diskriminierung einzelner Personen oder Personengruppen und treten für Gleichbehandlung und Chancengleichheit ein.

Krisztina Gulyás: Innerhalb unseres Konzerns stellen wir die Gleichbehandlung sicher, indem wir auf eine konsequente Umsetzung unserer Gleichstellungspolicy achten; hierfür sind unsere regionalen Gleichstellungsbeauftragten im Einsatz. Das ist einerseits wichtig, damit wir Rechtssicherheit haben, andererseits ist es deshalb von Bedeutung, weil Gleichberechtigung die Voraussetzung dafür ist, dass wir nachhaltigen unternehmerischen Erfolg haben.

Bei aller Unterschiedlichkeit: Sind nicht auch Gemeinsamkeiten sehr wichtig?

Krisztina Gulyás: Unbedingt! Nach fast fünf Jahren bei den ÖBB kann ich nur sagen: Wir haben wundervolle Kolleg:innen, sowohl menschlich als auch fachlich, und gemeinsam arbeiten wir für sichere, pünktliche und nachhaltige Mobilität. Da schlägt unser Herz gleich. Für die ÖBB.

© ÖBB / Knopp

David Gansrigler, Senior Spezialist im Diversity Management der ÖBB-Holding

© ÖBB / Dragosits

Krisztina Gulyás, Expertin für Internationalisierung bei ÖBB Technische Services und Geschäftsführerin bei TS MÁV GÉPÉSZET Services Kft. in Budapest

Unsere Diversity-Auszeichnungen

2020 equalitA – Auszeichnung mit dem Gütesiegel

2019 DIVÖRSITY Awards
Auszeichnung Diversitätspreis für sehr große Unternehmen & Sonderpreis „Diversity & Innovation“

2018 Käthe-Leichter-Staatspreis für Frauenforschung, Geschlechterforschung und Gleichstellung in der Arbeitswelt an Traude Kogoj (Diversity-Beauftragte der ÖBB)

2017 Meritus Award